60 Jahre KLJB Lengerich

Lingener Tagespost 15. September 2009
el Lengerich.
Das waren noch Zeiten, als man sich beim Landjugendfest kennenlernte und auch Zärtlichkeiten austauschte. „Van Dage doa ih ja bloß noch jetten!“, bedauerte der Opa in einem Sketch den Wandel in der Landjugend in den vergangenen 60 Jahren.

Auf 60 Jahre aktive Jugendarbeit blickte jetzt die Katholische Landjugendbewegung Lengerich zurück. Was in dem Sketch beschrieben wurde, wollten die jungen Leute aber so nicht unbedingt im Raum stehen lassen. Auch heute noch seien die stets gut besuchten Landjugendfeste gute Möglichkeiten, zarte Bande zu knüpfen.

Eröffnet wurde der Festkommers mit einem kreativen Filmbeitrag, in dem die KLJB Lengerich ihre Detektive auf die Spur von sechs Jahrzehnten Landjugendarbeit schickte. „60 Jahre Anpacken, 60 Jahre Spaß dabei, 60 Jahre KLJB Lengerich“, lautete die Devise.

Gekonnt führten Matthias Mönster und Heike Determann durch das Programm. Über 400 Gäste waren der Einladung zur Geburtstagsfeier gefolgt, unter ihnen Diözesanjugendseelsorger Johannes Wübbe, sein Bruder Bürgermeister Gerd Wübbe, Samtgemeindebürgermeister Matthias Lühn, Präses Pastor Martin Stührenberg und Pastor Alfred Mengel.

Über das Ehrenamt philosophierte Vorsitzender Kilian Mönster, der seine herausragende Funktion mit entsprechendem Outfit in Form von Frack und Zylinder dokumentierte. Herausgeputzt hatten sich auch die Jugendlichen: die Jungs im Anzug mit Schlips, Kragen und gegeltem Haar und die Damen im „kurzen Schwarzen“. „Ein herrlicher Anblick“, fand Bürgermeister Gerd Wübbe. Übrigens: Auf die Frage, wer sich ehrenamtlich in der Landjugend oder in anderen Organisationen engagiert, erhoben sich nahezu alle Gäste von ihren Plätzen.

Die Katholische Landjugend ist einer der mitgliederstärksten Jugendverbände im Bistum Osnabrück, betonte Johannes Wübbe. Mit Mut und Weitblick hätten die Gründungsväter die Landjugend kurz nach dem Krieg gegründet. Heute sei die KLJB eine engagierte Organisation, in der sich junge Menschen, die auf dem Lande leben, zusammenfinden.

Einen bekannten Schlager wandelte Bürgermeister Gerd Wübbe ab: „60 Jahre und kein bisschen leise – werdet nicht leise und bleibt auch in Zukunft aktiv!“

Die Landjugend sei aus Lengerich nicht wegzudenken, dankte Gerd Wübbe für vielfältige Aktivitäten im Ort.

Als wichtigen Stützpfeiler für die kirchliche Jugendarbeit sah Präses Martin Stührenberg die KLJB und gratulierte gemeinsam mit dem Pfarrgemeinderatsvorsitzenden Klemens Driever.

Die Nähe zur Landjugend betonte Pastor Alfred Mengel von der evangelisch-reformierten Kirchengemeinde. Seine Vorfahren seien alle Bauern, Förster und Pastoren gewesen. „Ich bin der Erste in der Reihe, der weder Schwein noch Kuh hat.“

Lang war die Liste der Gratulanten von den Lengericher Vereinen und Verbänden. Dort hieß es beispielsweise zum Gemeinsinn der Landjugend: „Sie treten fast nie alleine, sondern fast immer im Rudel auf!“


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