Städtebau Lengerich

Lingener Tagespost 29. Dezember 2008

Die Bagger können bald kommen

vb Lengerich.
Schon vor einigen Jahren wurden die Vorarbeiten für umfangreiche Umgestaltungsmaßnahmen in der Gemeinde Lengerich aufgenommen. Die Planungen laufen zurzeit auf Hochtouren: Mitte des Jahres sollen nun die Arbeiten im Rahmen der Städtebausanierung und 2010 auch im Rahmen der Dorferneuerung aufgenommen werden. Dies erklärten jetzt Gemeindevertreter im Rahmen eines Pressegespräches.

„Die Lengericher Bürgerinnen und Bürger warten, dass etwas passiert. Nun wird es bald losgehen“, betonte Lengerichs Bürgermeister Gerd Wübbe. Und ein Termin für den offiziellen Baubeginn gibt es auch schon: Direkt nach dem diesjährigen Jubelschützenfest aus Anlass des 375-jährigen Bestehens des Schützenvereins Lengerich-Dorf soll am Mittwoch, 15. Juli, im Bereich des Marktplatzes der erste Spatenstich erfolgen. Um diesen Platz als historischen Kommunikationsmittelpunkt wieder zu aktivieren, sollen u.a. die bestehenden Begrenzungsmauern entfernt werden. Gestalterische Elemente wie Bäume, Bänke und sonstige flexibel zu installierende Möblierungselemente sollen den Platz weiter aufwerten, und auch die Funktion als Eingangsort für die ev.-ref. Kirche wurde bei den Planungen berücksichtigt.

Die für die Maßnahmen benötigte Sanierungssatzung ist bereits verabschiedet. „Zurzeit planen wir die Ausführung der Maßnahmen“, betonte SG-Bürgermeister Matthias Lühn. Bis Mitte 2009 wird diese Phase dauern. In dieser Zeit soll zudem das Regenwassernetz untersucht und der Sanierungsbedarf festgestellt werden. Zudem bestimmt der Rat in diesem Frühjahr, wo anschließend weiter saniert wird.

Gut vier Millionen Euro stehen für die Städtebausanierung insgesamt zur Verfügung. Um den Gemeindeanteil von einem Drittel zumindest ohne große neue Schulden stemmen zu können, hat Lengerich schon seit Jahren so weit wie möglich gespart und Rücklagen gebildet.

Die Bürger müssen sich an den Kosten nicht direkt beteiligen – bei erheblichen Verbesserungen durch die Sanierung müssen Anlieger aber eventuell Ausgleichsbeiträge bezahlen. „Die Höhe ist aber noch nicht abseh- oder schätzbar“, so Lühn. Private Maßnahmen können nicht direkt gefördert werden, steuerliche Vergünstigungen seien laut dem Verwaltungschef aber möglich. „Diese Bürger sollten sich auf jeden Fall bei der Gemeinde oder dem Planer melden“, empfahl Lühn.

Doch nicht nur die Städtesanierung wird das Ortsbild in den nächsten Jahren gravierend verändern: Praktisch als landesweites Pilotprojekt wird 2010 parallel die rund zehn Jahre laufende und rund um das Städtebausanierungsbiet verlaufende Dorferneuerung in Lengerich beginnen.
Hier werden Verschönerungsmaßnahmen – sowohl öffentliche als auch private – außerhalb des Ortskernes mit bis zu 50 Prozent gefördert. Ein Arbeitskreis erarbeitet hierzu bereits seit Längerem Vorschläge – so sollen u.a. Parkplätze an Ramings Mühle entstehen oder auch der Bürgerpark deutlich aufgewertet werden.

Weitere öffentliche Bürgerversammlungen sind geplant. Und auch auf dem heutigen traditionellen und öffentlichen Neujahrsempfang ab 19.30 Uhr im Saal „Zur Post“ wird es sicherlich ein Thema sein



von links: Ratsvorsitzender Josef Stockel, Werner Bandtke (RWE), Frau Backmann, Frau Elfers, Frau Reimann, SGB Matthias Lühn


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