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Lingener Tagespost 5. August 2009
Von Josef Stockel, Bürgermeister in Handrup
Handrup.
Schon um 800 v. Chr. sollen erste Ansiedlungen am Handruper Esch erfolgt sein. Erstmals urkundlich erwähnt aber wurde Handrup im Jahre 890 n. Chr. im Heberegister des Klosters Werden/Ruhr – allerdings zu der Zeit noch unter dem Namen Hersindorphe. Die Gemeinde Handrup ist also eine sehr alte Doppelbauerschaft (Handrup-Hestrup) des früheren Kirchspiels Lengerich.
Weit über ihre Gemeindegrenzen hinaus wird die Gemeinde Handrup geprägt vom „Herz-Jesu-Kloster“. Auf der Suche nach einem geeigneten Standort für ein neues Kloster und eine Missionsschule kamen Pater Loh und Bruder Bonifatius (Angehörige des Herz-Jesu-Ordens) Anfang der 1920er-Jahre auf ihrer Durchreise mit dem Handruper Bauern Giese ins Gespräch. Dabei berichtete der Landwirt von dem Wunsch der Handruper nach einer eigenen Kirche. Nach einigen Verhandlungen wurde schon 1921 mit den Bauarbeiten begonnen, um beide Wünsche umzusetzen: In mehreren Bauabschnitten erfolgte bis 1927 der Bau der Kloster- und Gemeindekirche, des Klosters und der Missionsschule.
Diese Schule entwickelte sich von einer reinen Internatsschule bis hin zum heutigen Gymnasium Leoninum mit über 1300 Schülern.
Und da die Grundschule im alten Dorfkern, die seit 1974 auch von den Schülern aus Wettrup besucht wird, zu klein wurde und über keine ausreichend große Turnhalle verfügte, wurde 1996 eine neue Grundschule in unmittelbarer Nähe zum Gymnasium Leoninum gebaut.
Die Großraumturnhalle und die Sportanlagen des Gymnasiums werden jetzt für den Sportunterricht der Grundschule und außerhalb der Schulzeit auch von den Sportvereinen der Samtgemeinde mitgenutzt.
Die Räume der alten Grundschule – des heutigen Gemeindehauses – werden vielfältig genutzt: von Krabbelgruppen, vom Kindergarten, dem Heimatverein sowie von der Feuerwehr und dem Schützenverein. Außerdem ist in diesem Haus das Gemeindebüro untergebracht.
Der 1971 errichtete Kindergarten Handrup-Wettrup steht unter Trägerschaft der katholischen Kirchengemeinde „Herz Jesu“ Handrup. Betreut und gefördert werden in zwei Gruppen drei- bis sechsjährige Kinder und ab August d.J. erstmals auch zweijährige Kinder in einer altersübergreifenden Gruppe.
Unsere Gemeinde mit den Ortschaften Hestrup, Flaken, Dorf, Neuengraben, Stroot, Steppenberge, Peninghusen und Hundehövel erstreckt sich über eine Fläche von 15,35 Quadratkilometern und zählt derzeit 937 Einwohner.
Nicht nur Nachbarschaftshilfe wird immer noch großgeschrieben; auch packen alle Mitbürger ehrenamtlich mit an, wenn innerhalb der Gemeinde Notwendiges zu erledigen ist.
Zum Entspannen in der Natur lädt auch der „Echelsloot“ ein. Aus einem ehemals natürlichen Teich gestaltete die Gemeinde während der Flurbereinigung in den 60er-/70er-Jahren eine kleine Oase, die zum Verweilen einlädt. Der Name „Echelsloot“ ist zurückzuführen auf die vielen Blutegel (plattdeutsch: Echel), die sich früher im Teich befanden.
Die „Hesemanns Mühle“, eine 1811 erbaute Wassermühle mit einem voll funktionierenden Mahlwerk, und die Handruper Landwehr „Auf dem Strootfelde“, Reste einer Wallanlage aus dem 13. Jahrhundert, sind weitere historische Sehenswürdigkeiten.
2003 wurden wir in das Dorferneuerungsprogramm aufgenommen. Hier wurden neben vielen privaten Maßnahmen u.a. auch die Neugestaltung der Straße „In der Stroot“ und Querungshilfen auf der L60 umgesetzt. Als wichtige künftige Aufgabe sehe ich die Regelung der immer größeren Tierhaltungsanlagen. Hier müssen die Bedürfnisse der Landwirtschaft und der Wohnbevölkerung in Einklang gebracht werden.
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