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Lingener Tagespost 11. März 2009
Lengerich plant lokale Energiewende
vb Lengerich.
In der Samtgemeinde Lengerich laufen die Planungen für eine „regionale Energiewende“ auf Hochtouren: So soll die Wärmeversorgung zentraler öffentlicher aber auch privater Gebäude durch den Bau einer rund 2,2 Kilometer langen Fernwärmeleitung von der bestehenden Biogasanlage aus ökologisch sinnvoller und günstiger werden.Zudem sollen geeignete kommunale Dachflächen zur Errichtung von im Maximalfall knapp 3800 Quadratmeter umfassende Fotovoltaikanlagen genutzt werden.
Für den Betrieb der Fotovoltaikanlagen soll laut Samtgemeindebürgermeister Matthias Lühn eine „Bürger-Energie-Genossenschaft Samtgemeinde Lengerich“ gegründet werden. Diese Genossenschaft soll sich am 20./21. und 22. April auf Bürgerversammlungen in Bawinkel, Lengerich und Langen-Gersten vorstellen. Gründungsmitglieder könnten dabei auch die Samtgemeinde, die sechs Mitgliedsgemeinden sowie die drei in diesem Bereich tätigen Volksbanken sein.
Geeignete Dachflächen befinden sich u.a. auf der Reithalle und dem Sportlerheim in Bawinkel, der Turnhalle in Gersten, der Grundschule sowie dem Kindergarten in Handrup, dem Gemeindezentrum Langen, dem Schulzentrum und dem Rathaus in Lengerich sowie dem Gemeinde- und Feuerwehrhaus in Wettrup.
Die Gesamtanlage könnte knapp 3800 Quadratmeter groß sein und würde laut Lühn dann knapp 1,5 Millionen Euro kosten. Gesamtausgaben über 20 Jahre in Höhe von 2,46 Millionen Euro würden geschätzte Einnahmen von gut 3 Millionen Euro gegenüberstehen. „Das ergäbe eine Verzinsung des eingesetzten Kapitals mit vier bis fünf Prozent“, ergänzte Lühn.
Einstimmig beschloss der Samtgemeinderat, dass die SG Lengerich sich mit der Mindestanlage in Höhe von 1000 Euro an der zu gründenden Gesellschaft einbringt.
Anschließend stellte der Verwaltungschef das Fernwärmekonzept auf Samtgemeindeebene (wie bereits berichtet) vor: „Wir überlegen derzeit, die Wärmeversorgung durch die Abwärme der bereits bestehenden Biogasanlage in Lengerich zu realisieren. Der Restwärmebedarf könnte durch eine Holzhackschnitzelanlage abgedeckt werden.“ Unter Berücksichtigung der laufenden Kosten wurde laut Lühn ein Wärmepreis von 5,6 Cent je Kilowattstunde (Gas derzeit ca. 6,5 Cent) ermittelt. Mit Wärme versorgt werden sollen durch die rund 2,2 Kilometer lange und rund 655000 Euro teure Leitung u.a. das Schulzentrum inklusive Turn- und Schwimmhalle, die kirchlichen Einrichtungen, das Maria-Anna-Hospital und das Rathaus.
Beteiligen können sich auch private Anlieger der geplanten Leitungstrasse im Zuge der Straßen Zur Berlage, Am Ostrum, Kirchstraße, Mittelstraße, dem Anfang der Lingener Straße, An der Grundschule, Lütemanns Kamp sowie der Schulstraße. Ein Infoschreiben an alle betroffenen Bürger ist bereits in Vorbereitung.