Lingener Tagespost vom 14. Juni 2010
Volksbanken gehen zusammen
.kr Lengerich
Eindeutig fiel das Votum der Mitglieder der Volksbank Lengerich für eine Verschmelzung mit der Volksbank Süd-Emsland aus: 124 Mitglieder stimmten in der Generalversammlung mit ja, sieben votierten dagegen und fünf Mitglieder enthielten sich der Stimme. Damit kann die geplante Fusion aus Sicht der Lengericher vollzogen werden.
Zur gut besuchten Versammlung im Gasthof „Zur Post“ begrüßte Aufsichtsratsvorsitzender Richard Luislampe auch den Experten für Namensforschung, Professor Dr. Jürgen Udolph.
Den Jahresabschluss für das Geschäftsjahr 2009 legte Vorstand Gerhard Lucks vor und ging dabei auch auf die allgemeine Finanz- und wirtschaftspolitische Lage aus der Sicht der regionalen Bank ein. Lucks stellte fest, dass viele Kunden in Sachwerte investieren. Die gegenwärtige Zinssituation sei besonders für Sparer mehr als unerfreulich.
Die Volksbank Lengerich schloss das Jahr 2009 mit 73,1 Millionen Euro ab. Das bedeutet ein Plus von 4,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. 60 Prozent der Bilanzsumme entfallen auf Kundenforderungen. Erfreulich sei besonders die Kreditnachfrage im landwirtschaftlichen Bereich, betonte Lucks. Der private Wohnungsbau entwickle sich weiterhin nur schleppend. Als Fazit für das Geschäftsjahr 2009 stellte Lucks fest: „Die Geschäftsentwicklung und die Ertragslage war gut.“ Dank galt den 18 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die maßgeblich an der positiven Entwicklung beteiligt waren.
Über die Hintergründe und Ziele der beabsichtigten Verschmelzung mit der Volksbank Süd-Emsland informierte Vorstand Johannes Wolters. Er wies ausdrücklich darauf hin, dass alle Mitarbeiter übernommen werden.
„Namen sind wie Schall und Rauch“, zitierte Namensforscher Jürgen Udolph aus Goethes Faust. Dass diese Aussage nicht zutrifft, machte der Wissenschaftler an zahlreichen praktischen Beispielen deutlich. Um Namen erläutern zu können, müsse man in ältere Sprachen, beispielsweise ins Niedermitteldeutsche, eingehen. In der Zeit um 1500 seien viele Namen entstanden.
Die Volksbank Lengerich hatte im Vorfeld 90 Kundennamen an Udolph mit der Bitte um Untersuchung geleitet. So mancher Volksbank-Kunde zeigte sich erfreut, wenn sein Familienname beispielsweise mit „edel und berühmt“ in Verbindung gebracht wurde. Andere dagegen entstammten einer Sippe, die wohl eher am Rande der Gesellschaft in Löchern oder Mooren, an einer Eiche oder Esche lebten.