Lingener Tagespost vom 27. Oktober 2009
wrog Lengerich.
Ab heute ist der seit Juli wegen Sanierungsarbeiten gesperrte Ortskern von Lengerich wieder für den Verkehr freigegeben. „In den nächsten Wochen werden nur noch Beleuchtungseinrichtungen installiert“, erklärte Angelika Lügering, Fachbereichsleiterin Bauen, Planen und Umwelt von der Samtgemeindeverwaltung, gestern gegenüber der LT.
Die Neugestaltung des Ortskernes sei der erste Schritt im Rahmen einer bis 2015 andauernden städtebaulichen Sanierungsmaßnahme, erklärte Lügering. „Die bis jetzt erfolgten Arbeiten am inneren Ortskern sind aus Mitteln der Städtebauförderung finanziert“, so Lügering weiter. Bund, Land und die Gemeinde Lengerich trügen jeweils ein Drittel der Kosten in Höhe von 450000 Euro.
Gemeindebürgermeister Gerhard Wübbe bezeichnete es als Glücksfall für Lengerich, dass die Gemeinde gleichzeitig in das Dorferneuerungsprogramm aufgenommen worden sei. „Aus beiden Programmen gleichzeitig gefördert zu werden ist ein niedersachsenweit einmaliges Pilotprojekt“, so Wübbe. So könnten weitere Maßnahmen aus Landes- und EU-Mitteln mitfinanziert werden. Der Ortskern sei jetzt barrierefrei gestaltet worden. „Dies verbessert die Aufenthaltsqualität erheblich“, freute sich Wübbe. Die endgültige Gestaltung mit Bänken und Blumenkübeln werde im nächsten Frühjahr erfolgen.
Auf die geänderte Verkehrsführung im Lengericher Ortskern wiesen Samtgemeindebürgermeister Matthias Lühn und Angelika Lügering hin. „Hier gilt künftig Tempo 30 und eine Gewichtsbeschränkung von 3,5 Tonnen“, so Lügering. „Und ab sofort gelte „rechts vor links“ im Ortskern. „Dadurch muss man vorsichtiger fahren, was zu einer enormen Verkehrsberuhigung führt“, begründete Lühn diese Maßnahme.
Im Rahmen der Bauarbeiten seien neue Versorgungsleitungen verlegt worden, darunter auch Rohre für das geplante Nahwärmenetz, erläuterte Lügering. Besonders lobte sie die Bauleitung und ausführenden Firmen, die Hand in Hand eine zügige Fertigstellung der Maßnahme ermöglicht hätten. Die Firma Lüske aus Hase-lünne sei ein engagierter und zuverlässiger Partner der Gemeinde gewesen.
„Die Arbeiten haben für die Anlieger viele Einschränkungen mit sich gebracht, aber die haben sehr gut mitgespielt“, zollte Lügering den betroffenen Lengerichern Respekt. Wübbe fügte hinzu: „Das mit den Einschränkungen kann man wohl dreimal sagen, aber jetzt sehe ich schon wieder ein Lächeln bei den Leuten.“
Dieses Lächeln konnte man auch im Gesicht von Frank Gerdes sehen. Der Juniorchef des im Lengericher Ortskern gelegenen Maler- und Spielwarengeschäftes zeigte Verständnis für die Sanierungsarbeiten. „Klar haben wir das gespürt, aber jetzt wird sicherlich alles besser als vorher“, hoffte der Geschäftsmann.
Die Geschäftsleute seien von vornherein in die Planungen zur Neugestaltung des Ortskernes eingebunden gewesen, sagte Gerdes. „Das ist von der Gemeinde richtig gut gemacht worden“, lobte er die gute Zusammenarbeit zwischen Geschäftswelt und Verwaltung.