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Lingener Tagespost 11. August 2009

Von Aloys Bregen-Meiners, Bürgermeister in Gersten
Gersten.

Die Gemeinde Gersten entstand aus den Bauerschaften Gersten und Drope – im Heberegister des Klosters Werden (Ruhr) wurden sie erstmals als Gerustan und Dorp erwähnt. Ein Hühnengrab zeugt allerdings von einer noch wesentlich früheren Besiedlung dieser Region.



Um 1900 arbeiteten noch alle Gerstener in der Landwirtschaft, und auch heute noch ist dies ein wichtiger Wirtschaftszweig. Durch die Aufnahme vieler Vertriebener nach Ende des Zweiten Weltkrieges erreichte Gersten 1946 mit 1601 Einwohnern seine höchste Bevölkerungszahl – beengte Wohnverhältnisse, aber auch bessere Verdienst- und Baumöglichkeiten bedingten später einen starken Fortzug in andere Gemeinden und Städte. 1963 konnte schließlich das Baugebiet „Am Sportplatz“ zur Verfügung gestellt werden – es folgten 1980 die Baugebiete „Am Esch“, 1993 „Hardenkamp“ und 2001 das Baugebiet „Hardenkamper Esch“. Alle Siedlungen gruppieren sich dabei um den Ortskern des auch heute noch ländlichen Gerstens, in dem die katholische Kirche den Mittelpunkt bildet. Durch gut ausgebaute Gemeindestraßen, Rad- und Fußwege ist der Ortskern mit der Kirche, der Grundschule, dem Kindergarten sowie den Geschäften von allen Siedlungen aus schnell zu erreichen, da alle Häuser in einem Umkreis von rund einem Kilometer liegen.

In Gersten kreuzen sich zudem bedeutende Emslandrouten für Radfahrer – mehrere in ehrenamtlicher Arbeit errichtete Schutzhütten laden diese und andere Gäste dabei zum Verweilen ein. Von Gästeführern angebotene Touren sowie der vom Heimatverein angelegte sogenannte Höhenwanderweg sind weitere touristische Höhepunkte.

Ein sportlicher Höhepunkt ist sicherlich der Sportverein Viktoria Gersten mit mittlerweile 548 Mitgliedern: Am 20. September beginnt für die erste Damenmannschaft die neue Saison in der 2. Frauen-Bundesliga gegen die SG Wattenscheid, und am 13. September wird die erste Runde des DFB-Pokals ausgespielt. In der vergangenen Saison verfolgten dabei durchschnittlich 233 Zuschauer die Spiele der ersten Mannschaft. Gut ausgebaute Plätze, eine Tribüne und ein noch recht junges Vereinshaus bieten dabei gute Trainingsmöglichkeiten. Und auch Senioren- und Jugendfußball sowie Turnen, Volleyball und Tennis können in Gersten gespielt werden.

Ein wichtiger Treffpunkt im durch viele Linden, Eichen, Kastanien und Ahorn-Bäumen geprägten Ort ist die 1764 erbaute Fachwerk-Hofanlage Lindemann gegenüber der Kirche am Dorfplatz mit Bauerngarten, einem Backhaus und Räumen für die örtliche Feuerwehr. Dieser Hof wurde 1986 von der Gemeinde erworben und anschließend – immer wenn auch Geld vorhanden war – grundlegend saniert. Als besonders schützenswerte Flächen gibt es zudem noch in Drope das fünf Hektar große Naturschutzgebiet „Lechtegoor“ mit einer Wasserfläche von drei Hektar sowie das Naturdenkmal „Moorwinkel“.

Froh sind wir in Gersten auch, dass wir im vergangenen Jahr in das bundesweite Programm „Aktiv im Alter“ aufgenommen wurden. Hier werden u.a. Ehrenamtler für die Generation 50plus sowie Senioren-Wohnberater ausgebildet.