Lingener Tagespost 8. Juni 2009
Solarstrom aus Lengerich
vb Lengerich/Langen.
In der Samtgemeinde Lengerich sollen noch in diesem Jahr knapp 3800 Quadratmeter große Fotovoltaikanlagen ans Netz gehen und damit die lokale Energiewende einläuten. Auf großes Interesse stieß die dafür gegründete Bürgerenergiegenossenschaft: Bislang wollen sich rund 80 Bürger an den Anlagen beteiligen.
„Das Interesse an einer finanziellen Beteiligung ist bei den Bürgern in der ganzen Samtgemeinde groß. Das für das Projekt benötigte Eigenkapital von rund 400000 Euro haben wir im Grunde schon zusammen.“ Dies erklärte Johannes Wolters vom Vorstand der Volksbank Lengerich, der gemeinsam mit Samtgemeindebürgermeister Matthias Lühn den Vorstand der Bürgerenergiegenossenschaft bildet, am Freitag in einem Gespräch mit unserer Zeitung.
An diesem Tag begannen auch erste Schritte zur konkreten Umsetzung des Projektes: Vom Planungsbüro der Volks- und Raiffeisenbanken zur Energieoptimierung war Dipl.-Ingenieur Michael Luks aus Hagen angereist, um die für die Anlagen vorgesehenen Dächer auf die technische Realisierbarkeit hin zu überprüfen. Nach derzeitigem Stand sind Anlagen auf dem Sportlerheim in Bawinkel, der Turnhalle in Gersten, der Grundschule sowie dem Kindergarten in Handrup, dem Gemeindezentrum Langen, dem Schulzentrum und dem Rathaus in Lengerich sowie dem Gemeinde- und Feuerwehrhaus in Wettrup geplant. Die zunächst geplante Fläche auf der Bawinkler Reithalle hat sich unterdessen als ungeeignet erwiesen. „Es können aber durchaus noch weitere geeignete Flächen hinzukommen“, erläuterte SG-Bürgermeister und Genossenschaftsvorstand Matthias Lühn. Dies wäre zum Beispiel der Fall, wenn sich noch weitere Bürger für ein Investment sowie den Beitritt zur Genossenschaft entscheiden würden. Zudem sollen bei der Montage der Anlagen zum Großteil Firmen aus der Region eingesetzt werden.
Bislang gehen beide Vorstände von einer Anfangsinvestition in Höhe von knapp 1,45 Millionen Euro aus. Dank einer über 20 Jahre staatlich garantierten Einspeisevergütung würden in diesem Zeitraum notwendigen Gesamtinvestitionen in Höhe von prognostizierten knapp 2,4 Millionen Euro Einnahmen von gut 3 Millionen Euro gegenüberstehen. „Dies würde eine Verzinsung des eingesetzten Kapitals von zirka 4,5 bis 5 Prozent ergeben“, erklärte Wolters.
Die Mindestanlagesumme beträgt 1000 Euro – dies entspricht zehn Anteilen zu je 100 Euro. Bei Interesse können sich Bürger noch „für eine gewisse Zeit“ an die am Projekt beteiligten Volksbanken (Langen-Gersten, Lengerich und Lingen) oder die Genossenschaftsvorstände Wolters (Tel. 05904/93990) und Matthias Lühn (Tel. 05904/932828) wenden