Lingener Tagespost 29. April 2009
Modernes Erscheinungsbild
el Lengerich.
Den Marktplatz in Lengerich im Jahr 2013 aus der Vogelperspektive sehen und erleben – das konnten jetzt die Besucher einer Bürgerversammlung in Lengerich. Stephan Fichtenmaier ermöglichte diese Sichtweise in einer 3-D-Computeranimation. Und auch deshalb konnten sich die Bürger gut vorstellen, wie die Platzsituation im Zentrum der Gemeinde einmal aussehen könnte.
Blick auf den neuen Marktplatz
Der aktuelle Stand der Planungen im Zuge der Dorferneuerung und Städtebausanierung stand im Mittelpunkt der Bürgerversammlung.
Bürgermeister Gerd Wübbe erläuterte, dass sich die Gemeindevertreter und ein engagierter Arbeitskreis seit nunmehr sechs Jahren intensiv mit den Planungen beschäftigen. Ziel sei es, das Zentrum von Lengerich zu sanieren und in eine schmucke gute Stube umzuwandeln. E gelte, das Ausbluten des Zentrums zu verhindern.
„Inzwischen gibt es einen Entwurf, wie wir uns Lengerich in den nächsten Jahren vorstellen“, betonte Wübbe. Man sei auf der Zielgeraden, wenngleich noch einige Hürden bis zum Ziel zu überspringen seien. Er gehe davon aus, dass Mitte dieses Jahres der erste Spatenstich erfolgen könne.
Das Sanierungsgebiet umfasst nach Darstellung von Ulrich Scharf von der Niedersächsischen Landgesellschaft (NLG) den historisch gewachsenen Ortskern mit Kirchstraße, Marktplatz, Mittelstraße und Frerener Straße mit einer Sanierungsfläche von 10500 Quadratmetern; davon entfallen 1550 Quadratmeter auf private Eigentümer. Die gesamten Baukosten bezifferte Scharf mit rund 1,5 Millionen Euro.
Die Ausführungsplanung stellte Martina Kerperin (NLG Meppen) vor. Der Marktplatz solle ein großer, barrierefreier Platz werden. Die flexible Gestaltung solle eine vielfältige Nutzung ermöglichen. Es seien keine Parkplatzausweisungen vorgesehen, lediglich Poller sollte in der künftigen 30-km/h-Zone eine gewisse Parkordnung vorgeben.
Schließlich führte Stephan Fichtenmaier die Besucher mit seiner 3-D-Animation durch die Bereiche rund um den Marktplatz.
Ob aus Augenhöhe oder aus der Frosch- und Vogelperspektive – die Technik machte jeden Blickwinkel und jedes auch noch so kleine Detail möglich.
In der Präsentation nahm sich Fichtenmaier kleine künstlerische Freiheiten. So hatte er Lösungen für künftige Fassaden anzubieten; durch ein heute leerstehendes Geschäftshaus könnte eine Passage zum Aldi-Parkplatz führen, um diesen Bereich mit dem Zentrum zu verbinden. Wichtig sei, so der engagierter Lengericher Bürger und Mitglied im Arbeitskreis, dass Eigeninitiative eingebracht werde.
Das Ergebnis der Beratungen im Arbeitskreis sei gewesen, dem alten Ortskern ein modernes, junges Erscheinungsbild zu geben, abgestimmt auf die historischen Gebäude. Die kompletten Sanierungsmaßnahmen müssen innerhalb von sechs Jahren (Förderzeitraum) abgeschlossen sein.
Blick vom Marktplatz in die Mittelstrasse
Blick aus der Mittelstrasse
Auch in der Abenddämmerung lädt der Marktplatz rund um die evangelische Kirche zum Bummeln und Verweilen ein. Fotos: Computeranimation Stephan Fichtenmaier