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Lingener Tagespost 11. März 2009

Fehlbetrag konnte 2008 weiter verringert werden
vb Lengerich.

2008 konnte das schon seit Jahren bestehende Defizit im Haushalt der Samtgemeinde (SG) Lengerich um knapp 290 000 auf rund 600 000 Euro reduziert werden. Im Laufe des Haushaltsjahres 2009 soll dieses Defizit um mindestens weitere 118 300 Euro verringert werden. Diese Zahlen gab Samtgemeindebürgermeister Matthias Lühn bei den Beratungen des 2009er-Haushaltes bekannt. Dieser umfasst im Verwaltungshaushalt auf der Einnahmeseite gut 3,6 und auf der Ausgabeseite gut 4,1 Millionen Euro. Der Vermögenshaushalt hat ein Volumen von 723 600 Euro.

„2009 ist haushaltstechnisch für sich genommen ein ganz gutes Jahr. Es gilt für uns wie im letzten Jahr der Satz ‚Wir sehen Licht am Ende des Tunnels‘. Das Problem vor dem Hintergrund der Finanz- und Wirtschaftskrise ist aber, dass wir so gar nicht abschätzen können, was dann kommt“, bewertete der Verwaltungschef das vorgelegte Zahlenwerk. Sorgen bereiten Lühn dabei u.a. die Heizkosten in den Schulen, die im vergangenen Jahr um 23000 Euro gestiegen sind. Auch vor diesem Hintergrund sollen in Lengerich künftig verstärkt regenerative Energieformen eingesetzt werden (siehe weiteren Bericht).
Höhere Einnahmen bei allgemeinen Gebühren, beim Finanzausgleich und bei der Postagentur sowie Einsparungen bei den Personal- und Unterhaltungskosten (siehe Grafik) sowie bei der Flächennutzungsplanung führte Lühn als Gründe für die derzeit „recht positive“ Haushaltslage an. Die Verschuldung der SG betrug laut Lühn am 1. Januar 2009 gut 1,05 Millionen Euro (= 113,88 Euro je Einwohner). „Inklusive dem Fehlbetrag im Verwaltungshaushalt beträgt dieser Wert je Einwohner 179,69 Euro.“ Der Landesdurchschnitt betrug 2007 in Niedersachsen 361 Euro.

Investiert werden soll 2009 u.a. bei den Feuerwehren (54000 Euro), in die Grundschulen Bawinkel, Gersten und Handrup (15000 Euro) sowie beim Kauf eines Schleppers für den Bauhof. Größte Investition ist die Sanierung der Turnhalle in Bawinkel für rund 200000 Euro – für diese Maßnahme konnte beim Land ein 30-prozentiger Zuschuss eingeworben werden.
Erneuert werden soll u.a. das Dach, die Glas- und Fensterfronten, der Hallenboden sowie die Heizungs- und Sanitäranlagen.

Eine Diskussion entspann sich bei den Vorschlägen der Verwaltung zur Verwendung der durch das Konjunkturpaket II zusätzlich zur Verfügung stehenden Mittel. Lühn schlug ein Verbleiben der Mittel in der Samtgemeinde vor (u.a. für Grundschulprojekte, die Schwimmhalle und eine barrierefreie Tür zum Rathaus). „Diese Mittel sollten von der Verwaltung noch nicht voll verplant werden“, kritisierte FDP-Ratsherr Wolfram Jüttner und enthielt sich als Einziger bei der Abstimmung des Haushaltes.