Lingener Tagespost 25. Februar 2009
Dorferneuerungsplan fertig
lj Lengerich.
Der Dorferneuerungsplan für Lengerich ist fertiggestellt. Elf Mal tagte der für das Vorhaben gebildete Arbeitskreis. Die Gemeinde hofft nach den Worten der stellvertretenden Verwaltungschefin Angelika Lügering darauf, dass nach Genehmigung durch das GLL in Meppen erste Maßnahmen im Jahr 2010 umgesetzt werden können. Ende 2009 ist eine Bürgerversammlung geplant.
Neu gestaltet werden soll der Marktplatz bei der evangelischen Kirche in Lengerich. Inzwischen liegt die Ausführungsplanung vor. Das wurde in der jüngsten Ratssitzung bekannt.
„Im Rahmen des Frühlingsmarktes am 26. April 2009 sollen die Pläne der Öffentlichkeit vorgestellt werden“, teilte Frau Lügering mit. Eng in Zusammenhang mit der Dorferneuerung steht die Ortssanierung. Auch dafür gibt es einen Arbeitskreis. Deren Mitglieder fahren am 28. Februar nach Bersenbrück, Bramsche bei Osnabrück und Bohmte, um sich wegen der geplanten Umgestaltung des Lengericher Marktplatzes in puncto Pflasterung Anregungen zu holen.
Die Ausführungsplanung für den Marktplatz liegt inzwischen vor. Sie umfasst die Neugestaltung des Marktplatzes an der evangelisch-reformierten Kirche unter Einbezug der Kirchstraße, der Frerener Straße und der Mittelstraße in diesem Bereich. Der Marktplatz dient der Gemeinde als Veranstaltungsort für verschiedene Aktivitäten wie Frühlingsmarkt, Kirmes und Schützenfest.
Um diesen Aufgaben gerecht zu werden, werden die bestehenden Begrenzungen (Mauern) entfernt. Der Platz soll nun weitgehend ohne feste Einbauten umgestaltet werden.
Im Mai tagt eine Lenkungsgruppe, bestehend aus Verantwortlichen der Ortssanierung und der Dorferneuerung, um die Planungen bzw. deren Umsetzung aufeinander abzustimmen.
Samtgemeindebürgermeister Matthias Lühn erläuterte dem Gemeinderat die geplante Verwendung der Mittel aus dem Konjunkturpaket II. Die Samtgemeinde Lengerich erhält pauschal 340860 Euro. Davon müssen 65 Prozent für bauliche Maßnahmen an Schulen verwendet werden. Über die Verwendung der verbleibenden 35 Prozent, die in kommunale Infrastruktur investiert werden können, wird in der nächsten Samtgemeinderatssitzung entschieden.
Siedlung schon vor 5000 Jahren
Wenig Begeisterung löste im Gemeinderat Lengerich die zeitliche Verzögerung von acht bis zehn Wochen bei der Erschließung des Gewerbegebietes Raiffeisenstraße aus. Der Grund: Hier wurden Erdverfärbungen festgestellt, die darauf hinweisen, dass es an dieser Stelle vor 5000 Jahren in der Jungsteinzeit (Neolithikum) eine Siedlung gab.
Archäologen wollen nun das Gebiet weiter erkunden. Sie baten die Gemeinde, zur Unterstützung der Arbeiten fünf bis zehn Personen für ungelernte Tätigkeiten zu vermitteln. Der stellvertretende Bürgermeister Alfred Lampa ärgerte sich mit seinen Ratskollegen darüber, dass die Gemeinde die Kosten von 16000 Euro zuzüglich Baggerarbeiten übernehmen muss. Dies ist in solchen Fällen aber gesetzlich vorgeschrieben.
Erörtert wurde auch das Thema „Neugestaltung Wertstoffhof/Rekultivierung Bauschuttdeponie“. Für diese Maßnahme müssen schätzungsweise 20000 Kubikmeter Boden per Lkw herangefahren werden. Da dadurch vermutlich die Zufahrtstraße stark in Mitleidenschaft gezogen wird, soll der Landkreis in einem Gespräch gebeten werden, sich an den Kosten zu beteiligen.
Nach längerer Diskussion einigte sich der Gemeinderat dahingehend, für einen Betrag von 861 Euro die Zaunanlage am Spielplatz Höftersbusch zu erneuern. Die gewünschte Begrünung müssen die Anlieger aber selbst bezahlen.