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Lingener Tagespost 2. Januar 2009

„Die Kriminalitätsrate ist in Lengerich sehr gering“
vb Lengerich.

Größtenteils im vergangenen Sommer aber auch noch vor ein paar Wochen gab es in der Gemeinde Lengerich Probleme im Bereich Vandalismus – u.a. waren bei einem Autohaus zahlreiche Autos zerkratzt sowie im Ort Scheiben eingeworfen worden (wir berichteten).
Dies nahm Bürgermeister Gerd Wübbe zum Anlass, auf der letzten 2008er-Gemeinderatssitzung das Thema „Kriminalität in Lengerich“ mit dem örtlichen Polizeibeamten Klaus Dickebohm zu diskutieren.

Trotz der besonders im vergangenen Jahr aufgefallenen Vandalismusfälle und der von vielen Bürgern empfundenen Zunahme der Kriminalität im Ort sprach Dickebohm von einer laut der amtlichen Kriminalitätsstatistik „sehr geringen Kriminalitätsrate“ in der Gemeinde. Die subjektive Wahrnehmung sei aber in einigen Bereichen wie zum Beispiel am Marktplatz manchmal eine andere, gab der Polizist zu bedenken.

Ergebnis der gut einstündigen Diskussion im Rat war, dass in Kürze in Zusammenarbeit mit der Polizei ein Handzettel mit Tipps und Ratschlägen für von Kriminalität oder Vandalismus betroffene Personen erarbeitet werden soll. „Die Bürger sollen so sensibilisiert werden. Jemand, der so etwas wahrnimmt, sollte sich auch bei der Polizei melden“, betonte Dickebohm.

Zudem wurde diskutiert, ob die Samtgemeinde oder auch die Gemeinde Lengerich in Kürze der von der zuständigen Polizeiinspektion Emsland/Grafschaft Bentheim angebotenen Sicherheitspartnerschaft beitreten soll – dadurch könnten zum Beispiel bei den anstehenden baulichen Maßnahmen im Ort sicherheitsrelevante Erkenntnisse der Polizei besser berücksichtigt werden. Eine derartige Partnerschaft ist im Emsland zum Beispiel schon die Samtgemeinde Lathen eingegangen.
Nach Zustimmung zu einigen Bebauungsplanänderungen im Bereich des „Gewerbegebietes Raiffeisenstraße“ sowie des Bebauungsplanes „Am Bürgerpark“ konnte Samtgemeindebürgermeister Matthias Lühn noch von einem „wirtschaftlich hervorragenden Jahr für die Gemeinde Lengerich“ berichten. So seien die Einnahmen zumeist aus Gewerbe- und Einkommenssteuern rund 400000 bis 500000 Euro höher als Anfang des Jahres zunächst geplant. Allein die Gewerbesteuereinnahmen (von denen allerdings nur ein geringer Anteil bei der Gemeinde verbleibt) liegen demnach 2008 bei rund 870000 Euro (2007: 687000 Euro und 2006: 541000 Euro). „Das war ein wirklich gutes Jahr“, freute sich Wübbe und dankte Rat und Verwaltung für die gute Zusammenarbeit.